Kitzbühel
Skiweltcup in Tirol ist immer etwas Besonderes, trotzdem muss man von der alljährlichen Veranstaltung in Kitzbühel sicherlich noch gesondert sprechen. Es handelt sich hierbei wohl um das weltweit bekannteste Skirennen, das es jemals gegeben hat. Die Weltcuprennen in Kitzbühel, die auch unter der Bezeichnung Hahnenkammrennen bekannt sind, wurden erstmals im Jahr 1931 ausgetragen und verfügen daher – wie rasch ersichtlich wird – über eine enorme Tradition, wie sie sonst kaum wo angetroffen werden kann. Im Zeitraum zwischen 1932 und 1961 fanden auch Damenwettkämpfe statt, während es sich heute um eine traditionelle Veranstaltung im Weltcupkalender der Herren handelt.
Bereits seit längerer Zeit werden nun alljährlich drei Herren Weltcuprennen an einem Wochenende in Kitzbühel veranstaltet, was selbstverständlich auch in Sachen Organisation enormer Leistungen bedarf. Jahr für Jahr schafft es das Organisationskomitee, dass ein reibungsloser Ablauf gewährleistet werden kann. Angesichts der enormen Zuschauerzahlen bedarf es hierbei einer aussergewöhnlichen logistischen Arbeit, strömen doch an die Einhundert Tausend Besucher Jahr für Jahr zu den Skiweltcup Klassikern nach Kitzbühel. Zweifelsfrei haben alle drei Rennen ihre Besonderheiten und Reize, weshalb es sich sicherlich lohnt, einmal zu den Events aufzubrechen. Der Super-G am Freitag lebt dabei neben der spektakulären Streckenführung auch zweifelsfrei von seinen Siegern – allen voran Rekord Triumphator Hermann Maier.
Der traditionelle Slalom am Ganslernhang
Als Schlusspunkt werden alljährlich zwei Slalomdurchgänge am traditionellen Ganslernhang absolviert, wobei man in jüngster Vergangenheit auf Grund schlechter Schneebedingungen auch auf andere Strecken ausweichen musste. Hat der vergleichsweise junge Super-G mit Hermann Maier einen noch immer aktiven Rennläufer als Rekordsieger, so nimmt diesen Part beim ungleich traditionsreicheren Slalom die schwedische Skilegende Ingemar Stenmark ein, der zu seinen Glanzzeiten insgesamt fünf Mal als Schnellster im Ziel des Ganslernhangs ankam. Mit Marc Giradelli, Thomas Stangassinger oder Alberto Tomba befinden sich weitere Granden des Alpinen Skisports unter den Mehrfachsiegern am klassischen Ganslernhang.
Die klassische Abfahrt auf der Streif
Das, was der Skiveranstaltungen in Kitzbühel diese Besonderheit verleiht, ist zweifelsfrei die Abfahrt auf der Streif. Es handelt sich hierbei um die wohl spektakulärste Strecke, die der Skiweltcup zu bieten hat. Mit zahlreichen weiten Sprüngen sowie unglaublich steilen Hängen und welligem Terrain hat die klassische Abfahrt von Kitzbühel alles zu bieten, was ein Skirennen selektiv machen kann. Kombiniert mit dem enorm hohen Tempo, mit dem die Läufer über die vereiste Piste rasen, entsteht ein Rennen, wie man es sonst nirgendwo sehen kann. Nicht zuletzt diese Einmaligkeit ist es auch, die alljährlich eine Vielzahl an Besuchern aus dem In- und Ausland ins Bundesland Tirol lockt, um sich die Rennen einmal live vom Streckenrand oder dem Zielbereich aus anzusehen. Die Massen sorgen dabei für eine Stimmung, wie man sie sonst nur schwer antreffen kann. Jeder Läufer wird frenetisch angefeuert, wobei selbstverständlich der Großteil des Publikums auf einen österreichischen Sieger hofft. Aber jeder der Sportler, der die Streif unbeschadet übersteht, wird absolut zu Recht als wahrer Sieger gefeiert, was angesichts der Tatsache, dass auf dieser Strecke auch schon Karrieren mit verheerenden Stürzen ein jähes Ende fanden, rasch klar wird.
Als großer Sieger der Hahnenkammrennen wird traditionellerweise allerdings nicht der Triumphator der Abfahrt sondern der Sieger der Kombination bestehend aus Abfahrt und Slalom bezeichnet. Alles in allem handelt es sich jedoch bei allen Beteiligten angefangen von den Organisatoren über die Läufer bis hin zu den Zusehern um wahre Gewinner, weshalb die Skiweltcuprennen in Kitzbühel auch als absolut gelungener Event bezeichnet werden müssen.
